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Von der Leidenschaft zum Beruf: Die Geschichte von Manuel Porcu, „Santo Protettore Del Tassello“

Wie hat deine Leidenschaft für Motocross begonnen?

Meine Leidenschaft für Motocross begann eigentlich eher zufällig, als ich 12 Jahre alt war. Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als ich meinen Onkel auf einer Honda CR nach Hause fahren sah. Was mich am meisten beeindruckte, war nicht das Motorrad selbst, sondern der Ausdruck puren Glücks in seinem Gesicht. Es sah aus, als hätte er gerade den besten Tag seines Lebens erlebt. Dieses Bild blieb mir im Kopf und weckte meine große Neugier für diesen Sport. Als ich dann Geburtstag hatte, wünschte ich mir von meinen Eltern ein Motocross-Bike. So hat alles angefangen.

Wie kam dir die Idee, deine eigene Motocross-Strecke zu bauen?

2022 begann ich fast spielerisch damit, meine eigene Strecke zu bauen. Am Anfang war es nur ein kleiner Kurs, auf dem ich mit ein paar Freunden mitten auf einer Schafweide gefahren bin. Ich hatte keine großen Pläne – ich wollte einfach einen Ort schaffen, an dem wir gemeinsam Spaß haben konnten.

Wann hast du gemerkt, dass das Projekt viel größer wurde?

Mit der Zeit baute ich die ersten Sprünge und begann, alles auf Social Media zu teilen – genau zu dem Zeitpunkt, als ich meine Reise als Content Creator startete. Die Videos erreichten schnell Tausende von Menschen, und das großartige Feedback motivierte mich, die Strecke immer weiter zu verbessern.

Was als private Strecke begann, zog schon bald immer mehr Fahrer an. Anfangs versuchte ich, so vielen wie möglich Zugang zu geben, aber es gefiel mir nicht, manchen zusagen und anderen absagen zu müssen. Deshalb entschied ich mich schließlich, die Strecke für alle zu öffnen.

Wie hat es sich angefühlt, als Fahrer aus ganz Sardinien – und sogar aus dem Ausland – kamen?

Das war der Moment, in dem der Traum wirklich begann. Jeden Tag Fahrer aus ganz Sardinien und sogar aus anderen Ländern zu sehen, die etwas genießen, das ich mit meinen eigenen Händen gebaut habe, ist ein Gefühl, das sich kaum beschreiben lässt.

Heute gehört die Strecke zu den bekanntesten Motocross-Strecken Sardiniens. Factory-Teams nutzen sie für Testfahrten und Fotoshootings, gleichzeitig ist sie auch ein beliebter Ort für Hobbyfahrer, die sicher und mit Spaß fahren möchten.

Was macht deine Strecke besonders?

Die Strecke ist das ganze Jahr über geöffnet, wobei der Winter die Hauptsaison ist. Ab November haben wir täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet – mit einer frisch überarbeiteten und perfekt vorbereiteten Strecke.

Sobald junge Fahrer auf der Strecke sind, organisieren wir getrennte Sessions für Minis und Erwachsene, damit alle sicher fahren können.

Ich sage gerne, dass die Strecke für jedes Fahrniveau geeignet ist. Die Sprünge und Off-Camber-Kurven werden mit zunehmender Geschwindigkeit anspruchsvoller, sodass die Strecke gemeinsam mit dem Fahrer „mitwächst“.

Dein Spitzname „Santo Protettore Del Tassello“ ist inzwischen ziemlich bekannt. Wie ist er entstanden?

Der Spitzname entstand völlig zufällig. Eines Abends, als wir zusammen gefahren sind, bemerkten meine Freunde, wie besessen ich von jedem kleinen Detail der Strecke war und wie leidenschaftlich ich mich mit Streckenbau und Erdarbeiten beschäftigte. Aus Spaß nannten sie mich den „Heiligen Schutzpatron des Stollenreifens“ – und irgendwie blieb der Name.

Heute beschreibt er perfekt, wer ich bin, denn er steht nicht nur für meine Leidenschaft fürs Fahren, sondern für alles, was Motocross ausmacht.

Was bedeutet es für dich, deine Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben?

Ich kann ehrlich sagen, dass ich meinen Traumjob lebe.

Jeden Tag darf ich das tun, was ich liebe. Strecken bauen, mit Baumaschinen arbeiten und zu sehen, wie Fahrer eine Strecke genießen, die ich geschaffen habe, erfüllt mich mit unglaublicher Zufriedenheit.

Diese Leidenschaft hat mir unvergessliche Erlebnisse ermöglicht und mir die Chance gegeben, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, von denen ich früher nur träumen konnte.

Dafür werde ich immer dankbar sein. Ich möchte allen danken, die von Anfang an an mich geglaubt und mich unterstützt haben – besonders dem gesamten Team von Parts Europe.

Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Jede Saison arbeite ich daran, die Strecke weiter zu verbessern. Ich höre auf das Feedback der Fahrer und suche ständig nach neuen Ideen. Auch dieses Jahr ist das nicht anders: Wir arbeiten bereits an großen Veränderungen und möchten im November eine komplett neu gestaltete Strecke präsentieren. Sie soll technischer, abwechslungsreicher und noch spaßiger werden und jedem Fahrer ein noch besseres Erlebnis bieten.

Am Ende des Tages bleibt die größte Belohnung dieselbe: einen Fahrer zu sehen, der seinen Helm mit einem Lächeln abnimmt. Genau das motiviert mich, jeden einzelnen Tag noch besser zu werden.

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